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Ohne ALTERsbeschränkung
Ein Kino-Pilotprojekt nicht nur für Senioren
Wenn sich das richtige Team an den Tisch setzt, um eine gute Sache durchzuziehen, dann klappt das auch. Wie am viel zitierten Schnürchen lief die gute Sache bei folgendem engagierten Quartett: Jochen Manderbach (Chef des Viktoria-Kinos in Dahlbruch), Daniela Sadelkow-Gessner (Stiftung Diakoniestation, Seniorenberaterin der Stadt Kreuztal), Astrid E. Schneider (Leiterin der Regiestelle „Leben im Alter“ Siegen) und Anke Berg aus dem Team der vorgenannten Regiestelle. Jochen Manderbach hatte alle zusammengerufen und schlicht die Frage gestellt: „Was haltet ihr von einer Veranstaltungsreihe Senioren-Kino zu günstigen Preisen?“ Darauf gab es nur eine Antwort: „Klar, machen wir.“ Es folgten mehrere Sitzungen des tatkräftigen und kreativen Quartetts. Und was dabei herauskam? Ein Top-Event. Quasi ein Pilot-Projekt für das südwestfälische Gefilde unter der Schlagzeile „Ohne ALTERsbeschränkung 2009“. Anspruchsvolles Kino für ältere Menschen ohne Limit auf der nach oben offenen Jahrgangsskala. Und nach unten ist auch viel Platz. Das „Quartett Seniorenkino“ – nennen wir die Arbeitsgruppe einfach mal so – hat die erste Etappe ruckzuck und mutig festgezurrt. Kurzum: Die Reihe startet am 16. März 2009. Die Vorbereitungen sind bis auf ein paar Kleinigkeiten abgeschlossen - das Programm steht, der Zeitplan ist erarbeitet. Es kann losgehen mit dem städteübergreifenden (Siegen und Kreuztal) Projekt.
Jochen Manderbach trug die Idee schon seit längerer Zeit mit sich herum: „Da man in anderen Städten gute Erfahrungen gemacht hatte, warum nicht auch bei uns?“ Ja, warum eigentlich nicht?! Aus der Idee wird ab März also Wirklichkeit. Sogar an Gehbehinderte und auf den Rollstuhl Angewiesene wurde gedacht. Ein Shuttle-Bus-Betrieb sorgt für reibungslosen Transport. Denn alle vier Verantwortlichen sind sich in ihrem sozialen Engagement dahingehend einig: Gerade für diese Menschen ist es wichtig, einmal aus dem Einerlei heraus zu kommen. Denn auch Mitbürger mit körperlichen Handicaps haben kulturelle Ansprüche. Oft können sie die aber nicht verwirklichen, da es keine geeigneten Fahrmöglichkeiten gibt. Nicht so bei dem Projekt Seniorenkino. Hier ist für alles gesorgt. Es geht jeweils um 16 Uhr los. Filmbeginn ist eine Stunde später. Jochen Manderbach: „Der Einlass 60 Minuten vor Vorführungsbeginn hat gute Gründe. So haben die Kinobesucher noch eine Stunde Zeit, Kaffee zu trinken, ein Stück Kuchen zu essen, oder einfach zu plaudern.“ 60 Minuten Zeit, sich auf das Filmereignis einzustimmen. Man kann das auch so sehen: Seniorenkino im Rahmen eines netten Nachmittags - im Rahmen einer Begegnung.
Nun ist es keineswegs so, dass die Projekt-Verantwortlichen nur leichte Filmkost verabreichen. Manderbach: „Wer ein Heinz-Rühmann-Festival erwartet, geht von falschen Voraussetzungen aus. Vielmehr bieten wir ein anspruchsvolles Programm.“ Also: Auch unter dem Motto „Ohne ALTERsbeschränkung“ möchte das Viktoria seinen Qualitätsanspruch „in jedem Fall wahren“. Man ist sich das schuldig. Immerhin heimst das Viktoria für besondere Leistungen z.B. von der Filmstiftung NRW Prämien ein. So im November 2008 für ein ausgezeichnetes Kinder- und Jugendprogramm.
Das Viktoria ist eines von 54 Kinos in NRW, die für ihre besonderen Programme von der Filmstiftung ausgezeichnet wurde. Die letzte Prämienvergabe fand übrigens in Neuss statt und wurde von Bettina Böttinger moderiert.
So, jetzt wird es Zeit, endlich einen Blick auf das Programm zu werfen, was die Senioren erwartet:
Bericht von Dieter Gerst, Redakteur "durchblick" Siegen
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